In Pfützen rumspringen – Kindheit?

‚In Pfützen rumspringen, das ist so schön.
Ganz ehrlich. Wann bist du das letzte Mal in einer Pfütze rumgesprungen?
Ich weiß ehrlich gesagt nicht… Wann bin ich das letzte Mal in einer Pfütze rumgesprungen?
Ich habe keine Ahnung.
Man will sich ja nicht die Füße nass machen.

Aber eigentlich wärs mal wieder geil.
Einfach nur so.
Scheiss auf alles, einfach machen.
Hätte ich gerade Spaß dran.‘

– Erik Range

Hmmh… Ich glaube das möchte ich echt mal wieder machen,- einfach so, wenn es mal regnet.
Nicht drinnen sitzen, wenn es draußen nass ist, sondern sich wie damals auch über Regen freuen.
Vielleicht nicht allzu weit weg von Zuhause, damit man die nassen Klamotten wechseln kann und nicht den ganzen Tag damit herumlaufen muss. Man möchte ja nicht unbedingt krank werden.

Also warum nicht? Was hat man den zu verlieren?
Nichts, man kann dabei doch nur gewinnen, weil man es einfach mal wieder gemacht hat.Und als Kind hatte man ja auch einfach nur unheimlich großen Spaß daran.

Jetzt brauche ich nur jemanden, der mitmacht .__.

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Produktbewertung: Wandbild von Saal Digital

Ich hatte erneut die Ehre und wurde wieder ausgewählt für die Produktbewertung eines Produktes von Saal Digital. Diesmal durfte ich mir ein Wandbild aussuchen. Ich wählte ein Acrylglaswandbild.

Lieferung
Die Lieferzeit war wieder hervorragend schnell. Es gab keinerlei Verspätungen und das Bild kam schneller an, als ich es erwartet hatte.

Verpackung
Das Produkt kam sehr gut verpackt an. Das Bild selbst war mit Folien geschützt und von einem Karton umgeben. Das Ganze war dann noch einmal in einem dickeren, festen Karton eingepackt. Somit konnte dem Produkt nichts passieren und es kam ohne einen Kratzer bei mir zuhause an.

Optik und Qualität
Der Druck des Bildes ist klar und von hoher Qualität, nichts ist verpixelt oder verschwommen. Die Farben selbst strahlen aufgrund des Acrylglases noch prächtiger als auf der digitalen Vorlage. Durch das Glas bekommt das Bild eine sehr edle Optik.
Die Qualität des Produktes ist sehr hochwertig, was sich auch auf den ersten Blick sehen lässt. Die Verarbeitung ist sehr sauber und ich konnte keinerlei Mängel entdecken. Das Glas fühlt sich sehr angenehm an und auch die Seiten sind schön geschliffen. Hier kann man sogar das Motiv durchsehen, wodurch das Bild einen sehr schönen, leicht schwebenden Eindruck verliehen bekommt.

Befestigungen
Zu dem Wandbild bestellte ich noch zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten, welche ganz einfach durch Ankleben auf die Rückseite des Bildes angebracht werden können. Anschließend kann das Wandbild ganz leicht aufgehängt werden.

Preis
Der Preis für dieses Wandbild war natürlich etwas höher. Der Grund hierfür war das gewählte Acrylglas und die zusätzlichen Befestigungsmöglichkeiten. Im Vergleich zu einer billigeren Leinwand macht das Wandbild jedoch auch einen qualitativ höherwertigen Eindruck. Der Preis ist demnach wieder einmal für die hohe Qualität des Produktes gerechtfertigt. Zudem bekommt man bei Saal Digital auch die Sicherheit, dass das Produkt innerhalb kürzester Zeit, ohne Schäden, den Weg zu einem nach Hause findet.

Fazit
Ich bin wieder einmal begeistert von dem Produkt. Wie schon bei dem Fotobuch zuvor überzeugt mich die hohe Qualität, die schnelle Lieferung und die ordentliche Verpackung absolut. Wer also viel Wert auf Qualität legt, der ist bei diesem Produkt eindeutig richtig.

Eine weitere, klare Empfehlung von mir.

Vielen Dank Saal Digital! 🙂

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Ein viertel Jahr später – Erster Kontrolltermin

Seit gestern habe ich das Korsett nun schon drei ganze Monate. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell an das Tragen dieses Plastikpanzers gewöhnen würde. Schon nach circa zwei Wochen hatte ich die gewünschte Tragezeit von 16 Stunden am Tag erreicht. Im Vergleich zu anderen Korsettträgern ist dies doch eine beachtliche Leistung, denn man sollte normalerweise mit einer Eingewöhnungszeit von ungefähr 6-8 Wochen rechnen. Ich habe es einfach knallhart durchgezogen und ganz brav jede Tragezeit in einer niedlichen, selbsterstellten Liste aufgezeichnet.

Listen

Zu Beginn war meine Motivation wirklich riesig, da ich so lange für das Korsett gekämpft hatte und nun endlich die Chance hatte, etwas gegen die Skoliose zu tun. 44° Cobb ist immerhin doch keine kleine Krümmung und ich wollte auf gar keinen Fall, dass ich in ein paar Jahren nicht mehr richtig laufen kann.

16 Stunden Tragezeit – das sind 8 Stunden korsettfreie Zeit pro Tag, von welchen ich wirklich jede Minute genieße. Es muss grausam sein, wenn man als Kind das Korsett 23 Stunden am Tag tragen muss. Ich denke es hat schon einen Grund, weshalb Erwachsene von dieser Zeit befreit sind. Erwachsene haben einfach mehr Ansprüche. Hat man Ablenkung, wie zum Beispiel den Computer, dann kann es schon vorkommen, dass man die Zeit total vergisst und das Korsett auch mal viel länger trägt. Gibt es allerdings keine Ablenkung, so ist doch jede Stunde eine Überwindung. Dies gilt vor allem, wenn es einfach viel zu warm ist oder man sich so sehr nach Berührungen auf dem Rücken oder dem Bauch sehnt. Massagen im Korsett? Geht nicht. Streicheleinheiten im Korsett? Sehr begrenzt.

Genau deshalb genieße ich die Zeit ohne Korsett umso mehr. Jede Minute. Und auch die Berührungen auf meiner Haut nehme ich seither viel intensiver wahr. Was früher normal war ist jetzt einer der schönsten Gefühle der Welt. Hier merkt man wirklich, dass nicht alles selbstverständlich ist und man eigentlich viel mehr auf seinen Körper aufpassen sollte.

Der April verging wie im Flug. Mein Abitur und die freie Ferienzeit danach sind vermutlich Schuld daran. Das Tragen des Korsetts wurde in dieser Zeit zur Normalität und ab und zu vergaß ich sogar, dass ich es am Körper trug. Woran das lag?

Einerseits ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Der Druck des Panzers, welcher mir zu Beginn noch den Atem raubte, wurde mit der Zeit zur Selbstverständlichkeit und rückte immer mehr in den Hintergrund.

Doch dies allein konnte unmöglich der Grund für das immer angenehmere Gefühl beim Tragen sein. Es fühlte sich irgendwann einfach nur noch an wie ein dicker Pullover. Mein Körper hatte sich verändert. Zu Beginn konnte ich das Korsett nur bis zu den anfänglichen Markierungen schließen, welche mir mein Korsettbauer angezeichnet hatte. Nach ein paar Wochen fing ich an, das Korsett immer enger zu schließen, bis ich letztendlich die Gurte komplett geschlossen hatte. Ich konnte sie sogar schon überlappen, was ich aber vermied, da ich nicht wusste, ob das negative Folgen haben würde. Das hätte mein Körper anfangs niemals zugelassen. Es musste sich also schon etwas getan haben. Doch ganz sicher war ich mir nicht, deshalb wuchs meine Nervosität jeden Tag ein Stückchen weiter, umso näher ich dem ersten Kontrolltermin am 03. Mai kam.

Dennoch verließ mich auch meine Motivation mit jedem Tag immer mehr. Das Tragen des Korsetts begann mich regelrecht zu nerven. Jede Minute war eine Herausforderung, da ich auch nicht wusste, ob das Ganze überhaupt etwas brachte. Ich hatte Angst vor der Antwort.

Gestern war es also so weit – der Kontrolltermin stand an und mein Vater und ich machten uns erneut auf den Weg nach Bad Sobernheim ins Medizinische Versorgungs Zentrum. Die Fahrt verlief angenehmer als ich es vermutet hatte, obwohl ich das Korsett seit 12 Stunden trug. Zunächst stand um 09:30 Uhr ein Termin bei meinem Korsettbauer an. Erst einmal wurde ich gewogen (49.8 Kilo) und meine Größe wurde gemessen (158.6 cm). Ich bin um über einen Zentimeter „gewachsen“! Mein Korsettbauer überprüfte den Sitz meines Korsetts und zeichnete einige Markierungen an, die ihm später helfen sollten das Kunststoffteil etwas abzuändern und aufzupolstern. Ich bekam neue, kürzere und somit engere Gurte, ein Stück störendes Plastik wurde bei der Hüfte abgeschliffen und ich bekam neue und dickere Pelotten (Druckpolster) in mein Korsett. Diese verstärken den Druck weiter und sorgen somit für eine stärkere Korrektur.

Dann ging es ab zum Röntgen im Korsett. Ich war nervös, da ich Angst vor dem Ergebnis hatte. Was, wenn sich kaum etwas getan hat?

Das Röntgenbild schaute ich mir zusammen mit meinem Orthopäden Dr. Kay Steffan an. Das Ergebnis brachte mich fast zum weinen…

Es war unglaublich!

                             (links – alt 44° Cobb)                                              (rechts – neu 32° Cobb)

Meine Skoliose hat sich von den ursprünglichen 44° Cobb innerhalb von drei Monaten auf sagenhafte 32° Cobb verbessert. Dies ist selbst bei Kindern und Jugendlichen ein tolles Ergebnis. Umso schöner, dass es bei mir, einer Erwachsenen, zu solch einem Erfolg gekommen ist. Auch mein Arzt war begeistert. Ich kann demnach nur über all die Orthopäden lachen, welche mich unbedingt operieren wollten und mir versucht hatten einzureden, dass es keine andere Möglichkeit mehr für mich gäbe. So ein Schwachsinn!

Ich habe genau das Gegenteil bewiesen und das in solch einer kurzen Zeit. Nie hätte ich solch ein Zwischenergebnis erwartet und bin umso glücklicher über meine neue Gradzahl. Auch wenn diese Zahl bisher nur im Korsett gilt, so bin ich zuversichtlich, dass ich noch weitere Erfolge erzielen werde. Mein neues Ziel ist nun die Zwei vorne. 29° Cobb gilt es zu erreichen. Gleichzeitig muss ich mehr Muskeln aufbauen, damit ich diese Gradzahl schließlich auch ohne Korsett einigermaßen halten kann. Kurz gesagt: Meine MotivSchild2ation ist wieder auf dem Höhepunkt. Der beste Beweis dafür ist wohl, dass ich das Korsett gerade schon seit über 20 Stunden am Stück trage und ich es am liebsten gar nicht wieder ablegen würde.

Produktbewertung: Fotobuch von Saal Digital

Ich hatte die Ehre und wurde ausgewählt für die Produktbewertung eines Fotobuches von Saal Digital.

Programm
Da ich auch das Programm für die Erstellung des Fotobuches bewerten wollte, hatte ich beschlossen mein Fotobuch hiermit zu gestalten. Das Programm ist sehr gut für Anfänger geeignet, da es leicht verständlich ist und über einige Möglichkeiten zur Verzierung des Buches verfügt. Die Platzierung von Bildern und Text ist sehr angenehm und man erhält von Anfang an Informationen über das Format, die Seitenanzahl, sowie den momentanen Preis des Buches.
Für professionelle Arbeiten ist das Programm allerdings nicht zu empfehlen, da eine pixelgenaue Platzierung hiermit nicht möglich ist. Hier sollte man dann lieber auf spezielle Designprogramme zurück greifen.

Lieferung
Mit der Lieferzeit bin ich völlig zufrieden. Es gab keinerlei Verspätungen und im allgemeinen ging es sehr schnell.

Einband
Ich habe mich gegen einen kleinen Aufpreis für eine Wattierung des Umschlags entschieden. Diese ist erstaunlich angenehm zu fühlen und verleiht dem ganzen Buch noch einmal ein sehr schönes zusätzliches Detail.  Durch die Wattierung bekommt das Buch eine noch bessere Haptik und natürlich lässt es das Buch auch um einiges dicker erscheinen, was bei einem Fotobuch durchaus gewünscht ist. Der Einband selbst ist innen, sowie außen sehr sauber verarbeitet und macht einen qualitativ hochwertigen Eindruck.

Inhalt
Der Inhalt des Buches ist zu meiner Überraschung ohne einen Makel. Die Bilder wurden in einer spitzen Qualität gedruckt und selbst die Bilder mit einer geringen Auflösung kommen in dem Buch sauber und nicht verpixelt heraus. Diese Bilder sind lediglich ein bisschen verschwommen, was aber auch nur beim genauen Betrachten auffällt. Vielmehr wirken diese ebenfalls hochwertig. Auch der Text ist in höchster Qualität gedruckt worden.
Die Farben der Bilder kamen so schön heraus, wie sie auf den Originalbildern am Computer zu finden sind. Das Schwarz ist bei dem Druck schön dunkel und die Bilder selbst strahlen förmlich. Keines der Bilder wurde zu dunkel oder zu hell gedruckt. Die spitzen Qualität der Bilder ist hier ein großer Pluspunkt.

Seiten
Die Seiten selbst machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Sie haben eine sehr angenehme Haptik, welche einem schon beim erstmaligen Anfassen sofort auffällt. Die matte, aber dennoch strahlende Oberfläche holt das Beste aus den Bildern heraus. Noch dazu ist eine leichte Struktur beim Streichen über die Seiten spürbar und man merkt, dass es sich hierbei nicht einfach nur um einfaches Papier handelt. Bestätigt wird dies beim Umblättern. Hier spürt man die einzelne Dicke der Seiten, welche sehr angenehm ist. Dies alles verleiht dem Fotobuch noch einmal das gewisse Etwas.

Preis
Im Vergleich zu anderen Druckereien liegen die Preise der Fotobücher hier eher im oberen Bereich. Durch verschiedene Auswahlmöglichkeiten (z.B. die Seitenanzahl, Wattierung oder Seitenoberfläche) kann man den Preis sehr individuell anpassen. So kann man durchaus ein Fotobuch erstellen, welches auch niedrigen Preiswünschen entspricht.
Da ich schon mehrere Fotobücher von unterschiedlichen Druckereien in der Hand haben durfte, kann ich versichern, dass man für den etwas höheren Preis auch ein qualitativ sehr hochwertiges Produkt bekommt. Hier stimmt der Preis und man sieht und spürt die hohe Qualität auch sofort.

Fazit
Selten war ich so erstaunt über ein Produkt, vor allem wenn es sich um ein gedrucktes Werk handelt. Nicht nur die schnelle Lieferung und die ordentliche Verpackung haben mich hier positiv überzeugt. Am meisten hat mich der hochwertige und farbechte Druck der Bilder begeistert. Dies hat man nicht bei vielen Druckereien. Auch die Haptik der einzelnen Seiten zeugt von höchster Qualität.
Das kostenlose Programm zur Erstellung des Fotobuches ist für Anfänger in Ordnung, würde bei fortgeschrittenen Designansprüchen allerdings schnell an seine Grenzen stoßen.
Die Preise der Fotobücher sind etwas höher, für die Qualität aber dennoch sehr gerechtfertigt. Wer viel Wert auf Qualität legt, der bekommt hier zu einem guten Preis ein spitzen mäßiges Produkt.

Eine ganz klare Empfehlung von mir.

Gerne drucke ich wieder bei Saal Digital! 😀

Schleudertrauma

Mein Tag gestern war echt super. Unfall im Sportunterricht. Schleudertrauma.
Da die Kopfschmerzen, der Schwindel und die Übelkeit am Abend noch nicht besser waren, wurde ich ins Krankenhaus geschleppt. Ich mag Krankenhäuser nicht.
Zum Glück musste ich nicht dort bleiben…

Wie alles begann…

Schon seit Jahren hatte ich mit Rückenschmerzen und chronischen Kopfschmerzen zu kämpfen, doch wusste ich nie, was genau diese Schmerzen ausgelöst haben soll. Verspannungen, dachte ich. Einfach nur muskuläre Verspannungen, wie es wohl jeder Mensch kennen mag.

Seit über 10 Jahren bin ich nun im Roten Kreuz. Im letzten Jahr, 2016 mussten alle Mitglieder unserer Bereitschaft für eine Kontrolluntersuchung zu einem Hausarzt gehen und sich untersuchen lassen. Reine Routineuntersuchung, damit die Papiere stimmen, ich war ja nicht krank.

Ach Du scheisse!

Das waren die Worte, welche ich aus dem Mund des dortigen Arztes vernahm, welcher seinen Blick gerade auf meinen Rücken gerichtet hatte. ‚Reine Routineuntersuchung, ich war ja nicht krank‘. Scheisse war’s! Der Arzt verstand nicht, wie den Leuten um mich herum nie etwas aufgefallen war oder wieso mein damaliger Kinderarzt nie etwas bemerkt hatte.

Skoliose.

Skoli- was? Ich konnte das Wort, welches der Arzt mir an den Kopf warf nicht einmal richtig aussprechen. Unter einer Skoliose versteht man die dreidimensionale Verbiegung und Verdrehung der Wirbelsäule. Etwa 2% der Menschen sind von dieser Krankheit betroffen und meistens sind dies Mädchen. Im Normalfall wird die Skoliose bereits im Kindesalter entdeckt und es wird sofort mit einer Behandlung angefangen, da hier die Wirbelsäule noch sehr weich ist und der Körper sich noch im Wachstum befindet. Die Skoliose wird zunächst ausgemessen und in Cobb-Winkeln angegeben.
Bei einer leichten Skoliose (10° bis 20° Cobb) wird einfach nur mit Krankengymnastik behandelt. Ab 20° Cobb bekommt der Patient meistens ein Korsett aus Kunststoff, welches die Wirbelsäule im Wachstum zurecht biegen soll. Dieses muss fast den ganzen Tag und die Nacht über getragen werden. Bei sehr hochgradigen Skoliosen (in etwa ab 80° Cobb) kann eine Operation hilfreich sein. Hierbei wird die Wirbelsäule gerichtet und versteift. Dieser Eingriff ist nicht zu unterschätzen, da er auch sehr riskant sein kann. Die Mutigen können gerne auf Google-Bildersuche gehen…

Mit halb nacktem Oberkörper stand ich nun also in dem Arztzimmer und wusste nicht, was mich jetzt erwarten würde. Ich war schon 19 Jahre alt und kein kleines Kind mehr, das noch im Wachstum ist.

Als ich daheim war betrachtete ich meinen Körper im Spiegel. Ich musste heulen.

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Meine Reise ging weiter zu einem anderen Arzt (Arzt Nr.2), einem Orthopäden. Dort wurde ich geröntgt und sah zum ersten Mal meine Wirbelsäule. Es war ein Schock für alle Beteiligten.

rontgenbild

Den Winkel der Krümmung, wollte mir der Arzt allerdings nicht ausmessen. Er meinte lediglich, dass bei mir nicht mehr viel zu machen sei und eine OP meine einzige Möglichkeit auf ein besseres Leben wäre. Ich sei selbst Schuld gewesen. Immerhin verschrieb mir Arzt Nr.2 noch Krankengymnastik.

Bereits nach dem ersten Termin bei der Krankengymnastik waren meine Dauerkopfschmerzen weg. Es war wie der Himmel auf Erden. Auch wurde mir dort Mut gemacht: „Wir schaffen das. Auch ohne eine OP.“ Leider war das Rezept für die Krankengymnastik bald aufgebraucht und somit stellte ich einen Antrag an die Krankenkasse auf ein Langzeitrezept.

Es wurde abgelehnt.

Ich legte Widerspruch ein.

Er wurde abgelehnt.

Ich begab mich erneut zu Arzt Nr.2 und hoffte auf Hilfe. Auch hoffte ich auf ein neues Rezept, da mir die Krankengymnastik (KG) erstaunlich gut tat. Doch der Arzt weigerte sich mir noch eines auszustellen und er warf mir erneut die alleinige Schuld für meine Krankheit vor. Ich war nicht einmal 5 Minuten im Behandlungszimmer. Ich konnte mich nicht einmal setzen, da war der Arzt schon wieder weg. Immerhin wusste ich somit, wo ich nicht mehr aufkreuzen würde.

Doch ich gab nicht auf! Und schon war ein weiterer Termin bei einem anderen Orthopäden vereinbart (Arzt Nr.3). Dieser Arzt war wesentlich freundlicher und beantwortete auch meine Fragen. Doch das Thema Korsett lehnte er strikt ab. Eine OP, DAS sei meine einzige Chance. Mit Tränen in den Augen fuhr ich nach Hause.

Ich hatte mich lange nicht mehr so alleine gefühlt. Alleine und verzweifelt. „Wieso wollen mich alle Ärzte aufschneiden? Und dann auch noch den kompletten Rücken entlang? Ich will das nicht… Ich habe so unbeschreiblich große Angst…

Ich informierte mich. Ich trat einer Facebook-Gruppe bei. Ich lernte andere Skoliose-Patienten kennen. Erwachsene. Erwachsene Menschen mit Skoliose, welche genau das gleiche Problem hatten: Sie wollten ein Korsett, bekamen aber keines. Dabei gab es etliche Beweise dafür, dass auch bei ausgewachsenen Menschen eine Verbesserung erzielt werden konnte. Dennoch gab es auch Leute in der Gruppe, welche ein Korsett bekommen hatten. Mir wurden Ärzte empfohlen. Dabei fiel ein Begriff immer wieder: Bad Sobernheim.

Termin ausgemacht. Warten. Endlich war es soweit.

Bad Sobernheim – Ein kleines Kaff, ich glaube das trifft es am besten. Als mein Vater und ich uns früh morgens mit dem Auto auf den Weg machten, wussten wir nicht, was uns dort erwarten würde. Je näher wir dem Ort kamen, desto weniger Menschen begegneten uns, es war echt unheimlich. Das Medizinische Versorgungs Zentrum (MVZ) in Bad Sobernheim ließ sich schnell finden und so nahm ich meinen Termin bei dem dortigen Arzt (Arzt Nr.4), Dr. Kay Steffan, wahr.

Ich muss sagen, dass mir noch nie so ein kompetenter Arzt begegnet ist. Er nahm sich sehr viel Zeit für mich, klärte mich über die Krankheit auf und er vermaß, als einziger, sofort meine Skoliose. 44° Cobb im BWS-Bereich. Eine OP lehnte er sofort ab, mit der Begründung, dass die meisten Ärzte immer viel zu schnell operieren wollen. Geld. Unwissenheit. Er nannte einige Gründe und ich spürte, dass dieser Mensch seine Patienten ernst nahm. Man kann sagen, er war einfach nur menschlich.
Dr. Steffan verordnete mir erneut KG, Einlagen für die Schuhe und ein Korsett. Noch am selben Tag wurde ich in Bad Sobernheim gescannt und ausgemessen, da der Korsettbauer sich im selben Gebäude befindet. Praktisch!

Doch der Kampf ging weiter. Nun lag es mal wieder an der Krankenkasse. Sie mussten die Kostenübernahme für das Korsett erst genehmigen. Ich sage nur soviel: Es war ein harter und langer Kampf…

Mit der Hilfe von Dr. Steffan gelang es uns im neuen Jahr, 2017, die Krankenkasse endlich milde zu stimmen. Ich bekam die Zusage und am 03. Februar ging es für mich erneut in das Geisterdörfchen  nach Bad Sobernheim.

Der Tag zog sich. Mein Vater und ich mussten viel warten, ich musste immer wieder mit zur Korsettanprobe und im Kopf stellte ich mir nur immer wieder die Frage, wie ich dieses unbequeme Dinge aus Plastik jemals 16 Stunden am Tag tragen sollte.

Am Abend schaffte ich es immerhin auf stolze 2Stunden, 30 Minuten Tragezeit.
Ich war komplett erschöpft aber glücklich.

Endlich wurde mir eine Chance gegeben gegen diese Krankheit zu kämpfen! 🙂

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